DER NÄCHSTE BITTE! 5 TIPPS FÜR'S ERFOLGREICHE WG-CASTING

Wer gerade mit dem Studium beginnt oder zwischen Bachelor und Master die Stadt wechselt, kennt das leidige Problem: Die Zimmersuche. Denn eigene vier Wände wären schon ganz nett. Wenn sie dann noch erschwinglich sind und im Optimalfall noch nette Leute im Paket inbegriffen sind, dann hat man Glück gehabt. In Städten wie Stuttgart oder Tübingen, wo der Wohnraum knapp ist, ist man aber erst mal froh, wenn man überhaupt ein Plätzchen findet. Oft kommen auf ein WG-Zimmer-Angebot zehn Bewerber, manchmal sogar noch mehr. Wie also gegen all die anderen durchsetzen? Und ist das überhaupt nötig? Sprich: Passt die WG überhaupt zu dir? Wir haben hier ein paar Tipps zusammengestellt, wie du ein WG-Casting am besten meisterst.

1. Komm pünktlich.

Es mag vielleicht übertrieben wirken, aber Pünktlichkeit ist das A und O bei einem WG-Casting. Warum? Weil der erste persönliche Eindruck zählt. Und wer pünktlich ist, gilt als höflich und ordentlich. Wenn ihr also eine feste Zeit ausgemacht habt, dann musst du genau zu dieser Zeit erscheinen, selbst wenn Unpünktlichkeit zu dir gehört wie das Ying zu Yang. Dass der/die Vermieter*in dir einen festen Termin gesetzt hat, kann nämlich verschiedene Gründe haben. Entweder ist er/sie sehr ordentlich und strukturiert. Das erwartet man dann auch von seine*r neuen Mitbewohner*in. Oder er/sie hat im Anschluss noch einen anderen Termin. Da ist dann egal, ob du ordentlich bist; man ist sauer auf dich, weil sie wegen dir Ausfälle haben oder etwas verschieben müssen. Solltest du merken, dass du zu spät dran bist: Gib so früh wie möglich Bescheid! Und bringe vielleicht ein kleines Präsent als Entschuldigung mit – manchmal kann das die Situation retten. Merke dir, was in der Anzeige steht. Auch wenn es die x-te Besichtigung für dich ist:

2. Versuche dir alles zu merken, was in der Anzeige für das WG-Zimmer steht.

Der/die Vermieter*in hat das nämlich nicht ohne Grund dort hineingeschrieben. Du musst dir immer vor Augen führen: Du bist nicht der erste, der sich diese Wohnung ansieht und er/sie hat nicht ewig Zeit. Dadurch, dass die Informationen in der Anzeige stehen, erhofft er/sie sich, dass du sie auch liest und nicht so viele Nachfragen übrig hast. Außerdem kannst du punkten, indem du spezielle Informationen noch einmal ansprichst („Du hattest geschrieben, dass es hier ein Keyboard gibt. Wo steht das denn? Und kann man das auch leise schalten, damit es die Nachbarn nicht stört?“). Damit bekundest du dein spezielles Interesse an genau dieser Wohnung.

 

3. Formuliere klare Bedingungen.

Die WG sollte wissen, auf was du Wert legst. Ist es dir zum Beispiel wichtig, dass du viel Platz im Kühlschrank hast und du dich jeden Abend in der Küche austoben kannst? Dann sag das deutlich. Auch wenn du jeden Samstag ein Bad nehmen musst oder ohne deine Klimmzugstange im Türrahmen nicht überleben kannst. Denn die Wohnung, natürlich bis auf dein Zimmer, gehört allen, die dort leben. Und vielleicht mögen es die anderen nicht, wenn du ihnen im Wege stehst oder sie morgens früh um sieben versehentlich weckst, wenn sie einen leichten Schlaf haben und du joggen gehen willst.

4. Sei du selbst.

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt: Sei einfach du selbst, während ihr euch kennen lernt. Denn ihr müsst im Alltag miteinander auskommen. Und es wäre doch ziemlich fies, wenn du dem Vermieter vorgaukelst, du seist der ordentlichste Mensch auf der Welt, obwohl du eigentlich nur jede zweite Woche mal saugst. Du machst den besten Eindruck, wenn du ganz natürlich bist. Es ist die Entscheidung der WG, ob du dazu passt. Also machst du dir im Zweifelsfall nur selbst das Leben schwer, wenn du dich verstellst – deine Chancen auf ein Zimmer erhöhst du jedenfalls nicht.

5. Übertreibe nicht.

Vergiss nicht: Es ist kein Job, für den du dich da bewirbst und es hängt im Normalfall nicht dein Überleben von diesem einen Zimmer ab. Aufgeregt sein hilft niemandem. Du musst nicht in Hemd und Krawatte oder im kleinen Schwarzen antanzen. Kleine Geschenke sind sicherlich nicht verkehrt – aber sinnvoll sind sie nur dann, wenn du schon vorher weißt, worüber sich die WG freuen könnte. Wenn etwa in der Anzeige steht, dass man abends mal ein Glas Wein trinkt, ist eine Flasche davon ganz nett. Aber mit wertvolleren Geschenken fühlt man sich eher in die Ecke gedrängt. Genauso, wenn du die Bewohner anflirtest. Übertreibe es also nicht!
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Antonia Heil